JFET Stromquelle: Herleitung & Vorselektion

Stromquelle mit JFET

Stromquelle mit einem N-Kanal JFET

1. Die Shockley-Gleichung

Die Grundlage für die Berechnung einer Stromquelle mit einem JFET ist die Shockley-Gleichung für den Sättigungsbereich:

\[ I_D = I_{DSS} \cdot \left(1 - \frac{V_{GS}}{V_{GS(off)}}\right)^2 \]

Um den benötigten Source-Widerstand \( R_S \) zu finden, stellen wir die Gleichung nach \( V_{GS} \) um:

\[ V_{GS} = V_{GS(off)} \cdot \left(1 - \sqrt{\frac{I_D}{I_{DSS}}}\right) \]

Der Widerstand berechnet sich dann aus dem Ohmschen Gesetz am Source-Pin:

\[ R_S = \frac{|V_{GS}|}{I_D} \]

2. Physikalische Herleitung

Die Shockley-Gleichung beschreibt den JFET im Sättigungsbereich. Die quadratische Charakteristik resultiert aus der Geometrie der Raumladungszone (RLZ):

\[ I_D = I_{DSS} \cdot \left(1 - \frac{V_{GS}}{V_{GS(off)}}\right)^2 \]
JFET Kennlinie LTspice model

Kennlinie des LTspice Models J113 N-Kanal JFET

2. Parameter aus dem LTspice Modell

In deinem J113 Modell
.model J113 NJF(Beta=9.109m Betatce=-0.5 Vto=-1.382 Vtotc=-2.5m Lambda=8m Is=205.2f Xti=3 Isr=1988f Nr=2 Alpha=20.98u N=1 Rd=1 Rs=1 Cgd=6.46p Cgs=5.74p Fc=0.5 Vk=123.7 M=407m Pb=1 Kf=12300f Af=1 Mfg=Linear_Systems)
sind die Werte:

In einem LTspice-Modell für einen JFET (NJF) werden die Parameter der klassischen Shockley-Gleichung hauptsächlich durch Beta und Vto bestimmt. Hier ist die Zuordnung:

1. Die Hauptparameter

2. Der Zusammenhang zur Shockley-Gleichung

LTspice verwendet intern eine leicht andere Form der Gleichung, die sich aber direkt in die Shockley-Form überführen lässt:

\[ I_D = \text{Beta} \cdot (V_{GS} - \text{Vto})^2 \]

Vergleicht man dies mit der klassischen Form \( I_D = I_{DSS} \cdot (1 - \frac{V_{GS}}{V_{GS(off)}})^2 \), ergibt sich für den Kurzschlussstrom \( I_{DSS} \) (bei \( V_{GS} = 0 \) ):

\[ I_{DSS} = \text{Beta} \cdot \text{Vto}^2 \]

Rechnung für dein Modell:

3. Weitere relevante Parameter (Korrekturen)

Obwohl Beta und Vto die Grundform festlegen, beeinflussen diese Werte die Kennlinie in der Simulation ebenfalls:

Zusammenfassend: Wenn du die Shockley-Gleichung für deine \(8\text{ mA}\) Berechnung füttern willst, nimmst du \(V_{GS(off)} = -1,382\text{ V}\) und berechnest \(I_{DSS}\) aus Beta und Vto wie oben gezeigt.

2. Vorselektion (Testaufbau)

Da der J113 extreme Streuwerte besitzt (\(I_{DSS}\) von 2mA bis 20mA+), müssen Transistoren für eine 8mA Quelle vorselektiert werden:

Messung von \(I_{DSS}\):
  1. Drain an +15V DC anschließen.
  2. Gate und Source direkt an Masse legen.
  3. Strom \(I_D\) messen: Dies ist dein individuelles \(I_{DSS}\).
  4. Kriterium: Nur Transistoren mit \(I_{DSS} > 8\text{ mA}\) verwenden!
Messung von \(V_{GS(off)}\):
  1. Drain an +15V, Gate an Masse.
  2. Source über ein Voltmeter (hochohmig, 10MΩ) gegen Masse messen.
  3. Die angezeigte Spannung entspricht nahezu \(|V_{GS(off)}|\).

3. Interaktiver \(R_S\) Rechner

Nutze deine Messwerte (oder Modellwerte), um den Source-Widerstand zu bestimmen.

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